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Die Bauhütte


Auf dieser Seite möchten wir Ihnen in loser Form Informationen vermitteln, die Ihnen bei der Bewirtschaftung Ihres Hauses oder Ihrer Eigentumswohnung nützlich sein können. Dazu berichten wir über Neuerungen aus der Haustechnik und über Änderungen von Normen und Verordnungen. Unsere Beiträge sind technischer Art und bewusst auf das Wesentliche konzentriert.

Gerne stehen wir Ihnen auf Anfrage zur Verfügung!



B 03/06 Veränderung der Medienlandschaft, neue Angebote, technische Anforderungen

Vorbemerkung: Wegen der rasanten Entwicklung des gesamten Marktes kann die folgende Erläuterung lediglich als Momentaufnahme betrachtet werden.

Die Nutzungsmöglichkeiten des Kabelanschlusses werden in den nächsten Jahren durch verschiedene Maßnahmen erheblich erweitert werden. Neben den gewohnten Fernseh- und Rundfunkprogrammen werden die Nutzer des Kabelanschlusses künftig auch Ihren Anschluss zum Telefonieren und zum Surfen im Internet nutzen können. Zusätzliche, so genannte Interaktive Programme, werden nochmals für eine Erweiterung des Angebotes sorgen. Für die schon heute zu nutzenden Möglichkeiten haben Preisvergleiche ergeben, dass dabei durchaus eine Kostenersparnis erreicht werden kann.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen zur Erweiterung der Nutzung des Kabelanschlusses ist die Digitalisierung der gesamten Technik. Diese Digitalisierung wird voraussichtlich flächendeckend bis zum Jahre 2010 vollzogen sein. Sie umfasst dann sämtliche Beteiligte, von den Programm-Produktionen im Studio über die Verteilung der Signale im Kabelnetz bis zu den Empfangsgeräten in Ihrer Wohnung.

Die Umstellung von der bisherigen Analogtechnik zur Digitaltechnik erfordert in den meisten Fällen auch eine Anpassung der Technik im Gebäude. Das heißt, die so genannte Verteilebene 4, das ist das Kabelnetz zwischen Hausübergabepunkt und Antennensteckdose in der Wohnung, muss in den meisten Fällen technisch aufgerüstet, also den neuen Anforderungen angepasst werden. In diesem Zusammenhang seien die drei wesentlichen Anforderungen genannt:

  1. am Übergabepunkt im Haus wird eine neue Verstärkertechnik mit 862 MHz und Rückwegübertragung benötigt.
  2. die Hausverteilung im 862 MHz Frequenzbereich muss in Sternstruktur mittels Koaxialkabel der Klass „A“ zur Verfügung stehen.
  3. die Multi Media Anschlussdose (Dreifachdose) innerhalb der Wohnung macht die vielfältige Nutzung des Kabelanschlusses erst möglich.

Die vorgenannten Bedingungen bilden nach Angabe der Netzbetreiber die Voraussetzung, auch in Zukunft allen technischen Anforderungen gewachsen zu sein.

Ein paar Informationen und Begriffserklärungen zur künftigen „Fernseh- landschaft“

  1. D V B - C, Digital Video Broadcasting via Cabel = Multi Media Empfang in digitaler Technik über den Kabelanschluss.

  2. D V B - S, Digital Video Broadcasting via Satellit = digitaler Fernseh- u. Rundfunkempfang über eine Satellitenempfangsanlage.

  3. D V B - T, Digital Video Broadcasting via Terrestrische Antenne = Digitaler Fernseh- und Rundfunkempfang der Sender der öffentlich rechtlichen Anstalten in Deutschland (ARD und ZDF) über eine Haus- oder Zimmerantenne. In der Metropolregion Rhein Neckar wird der Empfang ab ca. Mai 2006 möglich sein

  4. H D T V High Definition TeleVision = Hochauflösende, digitale Bildübertragung.

Daneben lässt der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Netzbetreibern weitere Varianten erwarten. So plant z.B. die Deutsche Telekom ihr Angebot dahingehend zu erweitern, in dem sie ihr Telefonnetz ebenfalls zur Verteilung von Multi Media Programmen nutzen will.

Die Medienlandschaft wird in bisher nicht vorstellbare Dimensionen wachsen. Vermutlich auch die Kosten dafür.


B 08/05 Entwurf für ein Energieeinspargesetz (EnEG) (Stichwort Energiepass)

Einen von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf für ein Energieeinspargesetz hat der Bundestag in seltener Geschlossenheit am 29.06.05 verabschiedet. Der Bundesrat hat am 08.07.05 diesem Gesetz ebenfalls zugestimmt. Damit sind die juristischen Weichen für den Energiepass gestellt.

Die umstrittensten Fragen sind jedoch noch offen. Ob der bedarfsorientierte oder der verbrauchs-orientierte Energiepass kommt, wird erst mit einer Neuregelung der Energiesparverordnung (EnEV) geklärt werden.

Zurückzuführen ist das ganze Gesetzesvorhaben auf das Europäische Parlament. Dort wurde unter Federführung Deutschlands am 16.12.2002 die Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamteffizienz von Gebäuden verabschiedet. Diese Richtlinie sollten die Mitgliedsstaaten bis spätestens 04.01.2006 umsetzen.

Bei den aktuellen Änderungen des EnEG geht es in der Hauptsache um die Dokumentation der Energieeffizienz mit dem so genannten Energieausweis bei Bestandswohnbauten. Das Dokument muss in Zukunft vom Eigentümer grundsätzlich bei Bau, Verkauf und Vermietung von Gebäuden und Wohnungen vorgelegt und nach spätestens zehn Jahren erneuert werden. Darüber hinaus muss ein solcher Energieausweis in öffentlichen Gebäuden ab 1.000 m² mit viel Publikumsverkehr gut sichtbar angebracht werden. Die rechtliche Grundlage dafür soll ein neuer Paragraph 5a im EnEG liefern.

Auf Drängen der Opposition wurde der Gesetzentwurf dahingehend geändert, dass der Energieausweis einen rein informativen Charakter hat und als solcher keine Rechtsfolgen auslöst. Im ursprünglichen Entwurf sollte der Ausweis rechtswirksamer Bestandteil von kauf- und Mietverträgen werden.

Das jetzt verabschiedete EnEG lässt entscheidende Fragen weiter offen. Geht es nach der jetzigen Regierung (Stand August 05), dann kommt der teuere Bedarfsausweis.

Unser Verband, der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) und die gesamte Immobilienwirtschaft favorisieren den alternativen, in der EU-Richtlinie ausdrücklich erwähnten verbrauchsorientierten Energieausweis.

Nach einer Modellrechnung des Bundesverbandes Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GDW würde ein Verbrauchsausweis etwa 20,00 € kosten. Dieser Verbrauchsausweis wäre im Prinzip eine Fortschreibung der, z.B. in einer Heizkostenabrechnung ermittelten Verbräuche. Er würde, jährlich neu aktualisiert, zu vertretbaren Kosten den Verbrauch für jede erfasste Wohnung dokumentieren.

Ein Bedarfsausweis hingegen orientiert sich an dem Wunsch Energie zu sparen und zur energetischen Modernisierung von Altbauten Anreize zu schaffen. Dies ist, wie die Praxis in Dänemark (seit 1996) beweist eine politische Luftnummer.

Anreize zu energiesparenden Maßnahmen schafft man nicht durch den Erlass von Gesetzen und Verordnungen, sondern durch eine Verbesserung der jeweiligen Rahmenbedingungen.

Die Kosten eines Bedarfsausweises, wie er nach den Vorstellungen der derzeitigen Regierung aussehen soll, werden auf ca. 400,00 bis 500,00 € geschätzt. Sie sind nach der Betriebskosten-Verordnung nicht umlagefähig.

Der 04. Januar 2006 ist als Einführungstermin nicht zu halten. In einem späteren Termin liegt nun die Chance, noch einmal diejenigen zu hören, die die Zeche letztendlich bezahlen müssen, nämlich die Immobilieneigentümer.

Teile dieser Veröffentlichung haben wir dem Modernisierungsmagazin 7-8/2005 der Verlags – Marketing GmbH Stuttgart entnommen. Wir bedanken uns.


B 03/03 Trinkwasserverordnung

Die am 01.01.2003 in Kraft getretene neue Fassung der Trinkwasserverordnung (Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch – Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001 vom 21.05.2001, BGBl I, 959) nimmt Wohnungseigentümer und Verwalter verstärkt in die Pflicht und bürdet Ihnen zusätzliche Verantwortung auf.

Der neue Pflichtenkatalog beginnt damit, dass anknüpfend an die schon bisher bestehende Verantwortlichkeit der Wohnungseigentümer für den hygienisch einwandfreien Zustand der Haus-Installation als Teil des gemeinschaftlichen Eigentums ein Abgabeverbot für Leitungswasser, das nicht den in der Verordnung festgelegten Anforderungen entspricht, eingeführt wird.

Ein Verstoß gegen dieses Verbot hat nicht nur zivilrechtliche Konsequenzen, sondern wird in bestimmten Fällen sogar als Straftat geahndet.

Hinweis:

§ 3 Nr. 1 der TrinkwV definiert, was unter Trinkwasser zu verstehen ist. Trinkwasser ist hiernach alles Wasser, sei es im ursprünglichen Zustand als unbelastetes Grundwasserwasser oder nach Aufbereitung, das zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder zu anderen häuslichen Zwecken wie etwa zum Waschen, Baden, Duschen oder Zähneputzen, zum Geschirrspülen oder zum Wäschewaschen benutzt wird.

Zulässige chemische Grenzwerte können überschritten werden, wenn zum Trinkwasser-Transport ungeeignetes Rohrmaterial verwendet wurde.

Eine besondere Gefährdung, die höchst zulässigen Grenzwerte zu überschreiten, besteht insbesondere in den Gebieten, wo Bleirohre für die Kaltwasserinstallation verlegt wurden. Dies ist im süddeutschen Raum (in Bayern z.B. seit 1878 verboten) die absolute Ausnahme, und wenn, überhaupt nur in Vorkriegsinstallationen denkbar.

Kupferleitungen sind nur bei übersäuertem Wasser problematisch. Bei Einhaltung eines pH – Wertes im Versorgungsgebiet von mindestens 7,4 – so die amtliche Begründung des Verordnungsentwurfs - ist mit einer Überschreitung des Grenzwertes nicht zu rechnen. Daher kann sich eine Überprüfung auf die Einhaltung des Grenzwertes von Kupfer auf die Versorgungsgebiete mit einem pH Wert von unter 7,4 beschränken.

Im Zweifelsfalle ist stets ein Fachmann zu Rate zu ziehen. Fragen Sie deshalb Ihren Installateur. Er wird Ihnen die entsprechenden Hinweise geben können.



B 5/11/01 Energieeinsparverordnung (Auszug: § 9), seit 1. Februar 2002 in Kraft

  1. Eigentümer von Gebäuden müssen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, bis zum 31.Dezember 2006 außer Betrieb nehmen. Heizkessel nach Satz 1, die nach § 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 23 der 1. BimSchV so ertüchtigt wurden, daß die zulässigen Abgasverlustgrenzwerte eingehalten sind, oder deren Brenner nach dem 1. November 1996 erneuert worden sind müssen bis 31. Dezember 2008 außer Betrieb genommen werden. Die Sätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden, wenn die vorhandenen Heizkessel Niedertemperatur - Heizkessel oder Brennwertkessel sind sowie auf heizungs-technische Anlagen, deren Nennwärmeleistung weniger als 400 Kilowatt beträgt, und auf Heizkessel nach § 11 Abs. 3 Nr.2 bis 4.
  2. Eigentümer von Gebäuden müssen bei heizungstechnischen Anlagen ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, bis zum 31.Dezember 2006 nach Anhang 5 zur Begrenzung der Wärmeabgabe dämmen.
  3. Eigentümer von Gebäuden mit normalen Innentemperaturen müssen nicht begehbare oder zugängliche Geschoßdecken beheizter Räume bis zum 31.Dezember 2006 so dämmen, daß der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschoßdecke 0,30 Watt (qmK) nicht überschreitet.
  4. Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen, von denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung eine der Eigentümer selbst bewohnt, sind die Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 3 im Falle eines Eigentümerwechsels zu erfüllen. Die Frist beträgt zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang; sie läuft jedoch nicht vor dem 31. Dezember 2006 in den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 nicht vor dem 31. Dezember 2008, ab.
Unser Rat: Für den Laien ist die Einordnung seiner eigenen Heizungsanlage vor dem Hintergrund der Verordnung sicherlich sehr schwer. Damit Sie ganz sicher gehen raten wir Ihnen: Ziehen Sie zur Beurteilung Ihrer Heizungsanlage Ihren Schornsteinfeger-
meister oder Ihren Heizungsbauer zu Rate.





B 4/01/00 Gebäudeversicherung, was ist zu tun bei Schäden durch Unwetter?

Zunächst sollten Sie versuchen, den entstandenen Schaden so gering als möglich zu halten. Falls Sie dazu nicht selbst in der Lage sind, weil z.B. eine Schutzplane auf dem beschädigten Dach befestigt werden muß, können Sie diese Maßnahme durch entsprechende Fachleute, wie Feuerwehr, Dachdecker usw. sofort veranlassen. Fotografieren Sie den Schaden. Verständigen Sie dann unverzüglich Ihre Versicherung. Dies kann telefonisch bei dem für Sie zuständigen Außen-dienstmitarbeiter, also Ihrem Versicherungsvertreter geschehen.

Versichert sind in der Regel Schäden am Gebäude und den fest damit verbundenen Teilen, die durch Sturm, Hagel, Blitzschlag hervorgerufen wurden. Weiter versichert sind Schäden durch eindringendes Wasser, wenn der Sturm vorher das Dach oder Fenster Leck geschlagen hat sowie Schäden am Haus, die z.B. durch einen umstürzenden Baum verursacht wurden.

Zur Schadensmeldung gehört die Angabe der Versicherungsnummer, evtl. die Objektnummer. Beides finden Sie entweder auf Ihrem Versicherungsschein oder auf Ihrer letzten Beitrags-rechnung. Dazu sollten Sie eine Kurzbeschreibung und falls vorhanden, einige Fotos des Schadens beilegen.

Unser Rat: Vergeben Sie Aufträge zur endgültigen Schadenbeseiti-
gung erst dann, wenn Sie mit Ihrer Versicherung gesprochen haben und Ihnen Deckungszusage zur Kostenübernahme gegeben wurde. Sind die Kosten der Schadenbeseitigung voraussichtlich höher als 1.500,- €, lassen Versicherungen den Schaden in der Regel durch einen eigenen Sachverständigen begutachten. Im Übrigen sind Sie gehalten, und dies wird von Ihrer Versicherung auch erwartet, dass Sie bei der Auftragsvergabe zur Schadenbesei-
tigung nach strengen wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu Werke gehen.





B 4/11/99 Lüftungsverhalten bei Erneuerung der Fenster im Altbau

In Zeiten stetiger Energieverteuerung wird intensiv darüber nachgedacht, wie die Energiebilanz eines Gebäudes verbessert werden kann. Dies ist nichts neues. Seit vielen Jahren beschäftigt dieses Problem ganze Heerscharen von Fachleuten. Im Neubaubereich sorgen umfangreiche, mehrfach novellierte Regelungen und Verordnungen (z.B. die Wärmeschutz-Verordnung) für einen, dem Stand der Technik entsprechenden Wärmeschutz - Standard.

Ganz andere Verhältnisse finden sich dagegen im Bereich Altbau. Der Altbau mit seiner gesamten Ausrüstung und Ausstattung genießt in weiten Bereichen Bestandsschutz. Das heißt, Neuregelungen, so vernünftig und wirtschaftlich sie auch sein mögen, greifen in der Regel nicht in wünschenswerter Weise. Zusätzlicher Wärmeschutz entsteht nur aufgrund einer freiwillig getroffenen Entscheidung des Hauseigentümers. Dessen finanzielle oder auch technische Möglichkeiten sind jedoch oftmals begrenzt. Es ist deshalb üblich, als energiesparende Maßnahme mit dem Austausch der Fenster zu beginnen und leider damit auch aufzuhören. Zugegeben, dies ist bei weitem besser als gar nichts zu tun. Jeder, der sich an alte Holzfenster erinnert, ist allein schon wegen der leichteren Pflege und Wartung der neuen Holz- Kunststoff- oder Leichtmetallfenster darüber froh. Aber, dabei dürfte es allein aus bauphysikalischen Gründen nicht bleiben. Mit der Veränderung eines Teils des Baukörpers stellt man nämlich dessen ursprüngliche Ausgewogenheit in Frage. Um dieses zugegeben oftmals unbewußt erzeugte >Ungleichgewicht< zu vermeiden bzw. zu beseitigen, sind weitere Wärmeschutzmaßnahmen, z.B. an Wand und Dach eigentlich unverzichtbar.

Resultat dieses Ungleichgewichts ist eine extreme Zunahme von feuchten Wänden. Unsere persönliche Erfahrung mit Gebäuden, die mit neuen Fenstern versehen wurden und danach Feuchtigkeitsprobleme haben, sind bald zwanzig Jahre alt. Wir stellen dabei fast immer fest, dass mit dem Fenstertausch die Nutzer der Wohnungen nicht richtig aufgeklärt worden sind. Man hat es schlicht versäumt (oder unterlassen) die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass die neuen Fenster dicht sind, eine selbsttätige >Zwangslüftung< wie bei den alten Fenstern durch Zugluft nicht mehr stattfindet. Damit kommt der Frage der Raumlüftung eine völlig neue Bedeutung zu. Bei den neuen Fenstern lüftet man nicht mehr nur um z.B. Gerüche loszuwerden; vielmehr muß man in erster Linie lüften, um die im Raum entstandene Feuchtigkeit rasch abzuführen. Das widerspricht der propagierten Absicht, Energie einzusparen keineswegs. Im Gegenteil.

Unterlassene bzw. nicht ausreichende Lüftung führt nämlich dazu, dass insbesondere in der kalten Jahreszeit, die feuchte warme Raumluft bei ihrem natürlichen bestreben von warm nach kalt zu wandern, in der ungedämmten, nach außen immer kälter werdenden Wand stetig abkühlt. Dabei unterschreitet sie >ihren Taupunkt<, sie kondensiert innerhalb der Wand. Schimmelbildung auf der Wandinnenseite ist die für jeden sichtbare Folge.

Dieses Ungleichgewicht der bauphysikalischen Verhältnisse kann weitestgehend - niemals völlig - vermieden bzw. beseitigt werden, wenn durch die Aufbringung einer entsprechenden Wärmedämmung erreicht wird, dass der Baukörper weniger stark auskühlt. Die für den Neubau obligatorische Wärmeschutz-Verordnung kann zur Grundlage dieser Maßnahme auch im Altbau als Richtschnur herangezogen werden. Trotzdem, es ist erforderlich, dass die Nutzer ihr Wohn-verhalten den veränderten Bedingungen anpassen.

Unser Rat: Wir empfehlen konsequentes Lüften bei abgeschalteter Heizung von mindesten 2 mal 10 Minuten täglich. Dazu ist unterstützend durch entsprechende Platzierung der Möbel für eine günstige Luftzirkulation in allen Ecken der Wohnung zu sorgen. Große Schränke z.B., sollten an einer Innenwand platziert werden. Wenn dies nicht ausreicht, kann schrittweise mit baulichen Änderungen Abhilfe geschaffen werden.

Es ist dem Wohnungsnutzer zuzumuten, sein Wohnverhalten an die neuen, baulichen Verhältnisse anzupassen.





B 3/11/99 Gebäudeschäden durch Unwetter, Gebäude-Versiche- rungen

Nach jedem kräftigen Wolkenbruch taucht die Frage auf, inwieweit überschwemmte Keller und die dadurch verursachten Schäden und Zerstörungen, durch die Gebäudeversicherung oder andere Versicherungen abgedeckt sind. Bisher haben die Versicherungen in der Regel lediglich Schäden reguliert, die durch eindringendes Wasser durch Fenster, Türen usw. am Gebäude entstanden sind. Schäden, deren Ursache ein nicht funktionierender (oder nicht vorhandener) Rückstauverschluss der Entwässerungsleitung gleich welcher Art ist und die durch zurücklaufendes Wasser aus der Kanalisation entstanden sind, waren bisher durch die Elementarversicherungen nicht abgedeckt. Dies ist zwischenzeitlich anders. Verschiedene Versicherungen sind bereit, durch Zusatzabschlüsse auch dieses Risiko unter bestimmten Voraussetzungen zu versichern.

Übrigens: die Versicherung persönlicher Gegenstände muss durch z.B. die Hausratversicherung erfolgen.

Unser Rat: Fragen Sie Ihre Versicherung nach diesem Zusatz. Lassen Sie bei dieser Gelegenheit die gesamte Versicherungssitua-
tion Ihrer Liegenschaft überprüfen.





B 2/11/99 Technische Einrichtungen zur Absicherung gegen Rückstauwasser

Anlässlich des schweren Unwetters am 13.07.99 im Südwesten Deutschlands sind riesige Schäden an und in Gebäuden entstanden. Von Sturm und Hagelschäden einmal abgesehen waren Kellerüberschwemmungen wieder einmal das große Problem vieler Hauseigentümer.

Insbesondere durch Rückstau verursachtes Wasser trägt erheblich dazu bei, dass immer wieder Keller überschwemmt werden und dabei viel Schaden angerichtet wird. Dabei gibt es Möglichkeiten, diese Problematik weitestgehend auszuschalten. Beispielsweise können Sie durch den Einbau einer automatischen Hebeanlage verhindern, daß sich Wassermassen (z.B. bei Wolkenbruch entstanden), die im Straßenhauptsammler nicht zügig abgeführt werden können, in die Gebäudeleitungen zurück stauen und im Untergeschoß an Waschbecken, WC's, Bodeneinläufen usw. austreten. Für Neubauten ist die Hebeanlage zur Entwässerung aller sanitären Einrichtungen unter Straßenniveau baurechtlich vorgeschriebener Standard.

In älteren Gebäuden ist dies nicht der Fall. Hier wird, je nach Baujahr des Hauses, teilweise versucht, durch so genannte Rückstau-Doppelverschlüsse und andere Absperreinrichtungen in der Entwässerungsleitung den Rückstau zu verhindern. Diese Einrichtungen erfüllen aber nur dann ihren Zweck, wenn sie stets geschlossen sind und nur wenn tatsächlich Wasser abzuführen ist, manuell geöffnet werden. Weiterhin sind diese mechanischen Ventile, Schieber, Hähnen, Klappen etc. oftmals in so schlechtem Wartungszustand, dass sie die ihnen zugedachten Funktionen nicht oder nur sehr mangelhaft erfüllen.

Unser Rat: Lassen Sie von Ihrem Installateur die vorhandenen Einrichtungen überprüfen und gegebenenfalls in Ordnung bringen. Ersetzen Sie wenn möglich alte Systeme durch eine automatische Hebeanlage. In jedem Falle sollten Sie die Anlagen regelmäßig durch einen Fachmann warten lassen.




B 1/11/99 Sicherheitsüberprüfung von Elektroinstallationen und Gasinstallationen

Der Vermieter von Wohnraum ist im Rahmen der ihn treffenden Instandhaltungspflicht gehalten, die elektrotechnischen Anlagen des vermieteten Gebäudes nach Maßgabe der anerkannten Regeln der Technik, den VDE Bestimmungen und den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften regelmäßig zu überprüfen. Ansonsten macht er sich im Falle eines Schadensvorfalles gegenüber den Mietern ersatzpflichtig. Bei elektrischen Anlagen sind die Gerichte davon ausgegangen, dass eine Überprüfungspflicht im Abstand von 4 Jahren, bei Fehlerstrom- und Fehlerspannungs-schutzeinrichtungen im Abstand von 6 Monaten besteht. OLG Saarbrücken v. 04.06.93 und OLG Celle
v. 29.11.95.

Entsprechend obliegt dem Vermieter im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht auch die Überprüfung der Gasanlagen und der Gasinstallationen in seinem Mietobjekt, falls dies mit Gas versorgt wird. Das heißt, der Vermieter macht sich dann schadenersatzpflichtig, wenn durch die Vernachlässigung seiner Prüfungs- und Instandhaltungspflicht bezüglich Gasleitungen und Gasinstallation ein Mangel am Mietobjekt und dadurch dem Mieter ein Schaden entsteht.

In den einschlägigen Fachkreisen hat es sich mittlerweile durchgesetzt, dass sich der Umfang dieser Prüfpflicht bei Gasleitungen und Gasinstallationen nach den Empfehlungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) richtet. Nach den technischen Regeln für Gasinstallationen - DVGW-G600/DVGW-TRGI aus dem Jahre 1996 - ist der Vermieter verpflichtet, die Leitungen einmal im Jahr durch Sichtkontrolle überprüfen zu lassen. Die Sichtprüfung hat durch ein Vertragsunternehmen oder durch ein Gasversorgungsunternehmen zu erfolgen. Alle 12 Jahre ist eine Dienstleistungsprüfung erforderlich.

Unser Rat: Unkenntnis schützt vor Strafe nicht. Nachlässigkeiten auf dem Gebiet der Instandhaltung von technischen Einrichtungen in Gebäuden können sehr teuer werden. Wir empfehlen deshalb dringend eine entsprechende Überprüfung der in Frage kommen-
den Installationen.

Bitte beachten Sie, dass diese Pflicht zur Verkehrssicherung ana-
log auch für Wohnungseigentum gilt. Die Instandhaltungspflicht des Gemeinschaftseigentums obliegt der Gemeinschaft, die des Sondereigentums liegt im Verantwortungsbereich des Wohnungs-
eigentümers.